Analprolaps

Der Analprolaps (auch Analvorfall) ist ein Vorfall von Hämorrhoiden vor den Anus. Frauen sind häufiger als Männer betroffen. Zu den Ursachen gehören harter Stuhlgang oder häufiger Durchfall.

Meistens besteht ein Jucken, Schmerzen oder Fremdkörpergefühl und es kann zu Blutungen kommen. Unbehandelt kann es zu einer Darminkontinenz kommen.


Longo-Operation (Staplerhämorrhoidopexie, Anallifting)

Die Longo-Operation hat sich seit vielen Jahren zur Behandlung von Analprolapsen und inneren Vorfällen (Intussuzeption) etabliert. Dabei werden das überschüssige Gewebe kreisrund herausgetrennt und die unter- und oberhalb entstandenen Wundränder zusammengeheftet.

Da zwischen diesen Rändern kreisrund ein gewisser Gewebeanteil fehlt, kommt es beim Zusammenheften zu einem Lifting des Analkanals nach oben. Vorteil ist die zeitgleiche Behandlung eines kreisrunden Leidens und die relativ geringe Rückfallrate.

Es kann aber leider im Verlauf zu einer Schrumpfung der Naht kommen, was die Darmentleerung erschweren kann. Dann muss diese Naht in einem zweiten, kurzen Eingriff wieder aufgedehnt werden.

Patientinnen und Patienten sind anschliessend 1 Woche krankgeschrieben und benötigen Schmerzmittel und Stuhlweichmacher.


HAL-RAR (Hämorrhoidenarterienligatur und rektoanales Repair)

Das HAL-RAR-Verfahren wird bereits seit vielen Jahren angewendet. Hauptsächlich wird der Eingriff bei vergrössereten Hämorrhoiden eingesetzt. In geübter Hand lassen sich damit jedoch auch ganze Analprolapse gut behandeln.

Der Vorteil bei dieser Variante ist die Unversehrtheit des Analkanals, da nichts weggeschnitten wird. Auch sind die Beschwerden nach der Operation moderat und mit normalen Schmerzmitteln gut zu behandeln.

Patientinnen und Patienten sind nach dem Eingriff 1 Woche krankgeschrieben. Sie müssen Schmerzmittel und Stuhlweichmacher zu sich nehmen.

Ihre Ärztinnen und Ärzte

Dr. med.
Christian Gingert
Ärztlicher Leiter, Facharzt für Chirurgie